Innovationsmotor

Generika forcieren Innovationen

Ein häufiges Vorurteil lautet, die Verordnung von Generika würde der medizinisch-pharmazeutischen Forschung schaden und den medizinischen Fortschritt gefährden. Der verstärkte Einsatz von Generika führe dazu, dass die Gewinne der Hersteller von Original-Arzneimittel sinken. Notwendige Investitionen in die Entwicklung neuer Medikamente wären dann nicht mehr finanzierbar.

Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall: Innovationen sind durch Patente geschützt. Dadurch wird gewährleistet, dass die hohen Kosten der Forschung und Entwicklung eines neuen Medikaments auch erwirtschaftet werden können. Wichtig jedoch ist auch die treibende Kraft von Generikazulassungen nach Patentfreiwerdung: Als preiswerte Mitbewerber schaffen sie Anreize, intensiv zu forschen und zu entwickeln.

Insbesondere Länder, wie beispielsweise die USA mit einem hohen Generikaanteil, haben einen hohen Innovationsdruck und weisen besonders hohe Forschungsquoten vor. Um am Markt zu bestehen, müssen Unternehmen verstärkt in Forschung und Entwicklung von neuen, innovativen Arzneimitteln investieren. Für diese innovativen Arzneimittel sind Generika keine Konkurrenz. (vgl. OECD, Main Science and Technology Indicators, National Science Foundation. Volume 2009/1).

Eine vom US-amerikanischen IMS Institute for healthcare Informatics für den globalen Markt publizierte Studie („The Global Use of Medicines: Outlook Through 2018“) zeigt deutlich, dass weltweit die steigenden Kosten bei den Gesundheitsausgaben in den kommenden Jahren bis 2018 durch den forcierten Einsatz von Generika gebremst werden können. Nach IMS-Berechnungen können insbesondere die künftigen Steigerungen der Therapiekosten für die großen Volkskrankheiten (Asthma, Bluthochdruck, Diabetes, Krebs) durch den Einsatz von Generika abgebremst werden. Für die Behandlung von Fettstoffwechselstörungen prognostiziert das IMS Institute for healthcare Informatics, USA, bei entsprechendem weltweitem Einsatz von Generika sogar rückläufige Kosten. Eine Kostenbremse in dieser Größenordnung bis 2018 könne laut Studienergebnis nur durch einen entsprechenden Anstieg von Generikaverordnungen erreicht werden, während die Ausgaben für Erstanbieter aufgrund innovativer Produkteinführungen konstant bleiben würden.

Die konkrete Fragestellung, ob es mit steigenden Generikaverordnungen weltweit zu einem Rückgang bei der Neuentwicklung innovativer Medikamente käme, konnte mit einem klaren Nein beantwortet werden. Das Studienergebnis zeigt deutlich, dass zwar in den kommenden Jahren bis 2018 umsatzstarke Produktpatente ablaufen, dennoch können Originatoren die Patentabläufe mit substanziellem Wachstum und mit neuen Produkten kompensieren, was den Patienten zu Gute kommt. Der therapeutische Fortschritt würde durch den Einsatz von Generika vorangetrieben. Weiters weist die Studie darauf hin, dass rund 30 innovative Produkte in stark nach gefragten Bereichen wie Krebs, Diabetes, Thrombose und Lähmungs-erkrankungen des zentralen Nervensystems sowie neue Orphan-Arzneimittel für die Behandlung von seltenen Erkrankungen auf den Arzneimittelmarkt kommen werden.