Fragen und Antworten

Die folgenden Informationen können die Beratung durch kompetente Arzneimittelfachleute nicht ersetzen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre(n) Arzt/Ärztin oder Ihre Apotheke.

Warum sind Generika preiswerter?

Bis ein neues Medikament auf den Markt kommt, vergehen oft bis zu zehn Jahre. Die Erforschung neuer chemischer Verbindungen, die genaue Untersuchung von Wirkung und Nebenwirkung kostet Zeit und vor allem viel Geld. Dabei fallen beträchtliche Kosten für medizinische Forschung und Entwicklung an. Dazu kommen nochmals hohe Kosten für den Vertrieb. Um diese hohen Kosten wieder zu erwirtschaften, erhalten Originalhersteller deshalb bis zu 20 Jahre lang ein Patent. Dieses Patent garantiert 20 Jahre lang ein Monopol auf den Verkauf und die Vermarktung des Medikaments. Generika sind preisgünstiger, weil die hohen Investitionen für Forschung und Entwicklung nicht nochmals in vollem Umfang anfallen. Marketing und Vertrieb kosten auch weniger, weil der Wirkstoff mittlerweile bei den ÄrztInnen ja schon bekannt ist. Und weil der Wirkstoff ja seit Jahren in der Therapie eingesetzt und geprüft wurde, müssen auch nicht alle teuren medizinischen Studien wiederholt werden. Dadurch ergeben sich beträchtliche Einsparungen, die unserem Gesundheitssystem und damit den PatientInnen zugute kommen.

Schaden Generika der medizinischen Forschung?

Ein häufiges Vorurteil lautet, dass Generika der medizinisch-pharmazeutischen Forschung schaden und den medizinischen Fortschritt gefährden. Der verstärkte Einsatz von Generika führe dazu, dass die Gewinne der Hersteller der Ursprungs-Arzneien sinken. Notwendige Investitionen in die Entwicklung neuer Medikamente wären dann nicht mehr finanzierbar. Der Widerstand der Originalhersteller ist verständlich. Mehr Generika bedeuten, dass weniger Gewinn mit patentabgelaufenen Präparaten erzielt wird. Das bedeutet aber nicht, dass deshalb weniger Geld in die Forschung gesteckt wird. Ganz im Gegenteil. Denn gerade in Ländern mit hohem Generikaanteil wie beispielsweise den USA (über 80 Prozent) wird besonders intensiv geforscht. Warum? Weil dort die Konkurrenz größer ist. Um am Markt zu bestehen, müssen Unternehmen verstärkt in Forschung und Entwicklung von neuen, innovativen Arzneimitteln investieren. Für diese innovativen Arzneimittel sind Generika keine Konkurrenz, da sie ja wieder 20 Jahre lang patentgeschützt sind. Die Hersteller von den ursprünglich Medikamenten wissen um diesen Kreislauf und kalkulieren ihre Preise so, dass die Forschungskosten während der Patentlaufzeit verdient werden.

Enthalten Generika veraltete Wirkstoffe?

Generika kommen erst circa 10 bis 15 Jahre nach dem Originalmedikament auf den Markt. Natürlich macht die medizinische Forschung in dieser Zeit große Fortschritte. Das Alter eines Wirkstoffes sagt aber nichts über seine Wirksamkeit aus. Ob ein Wirkstoff als Generikum auf den Markt gebracht wird, hängt allein von seiner Wichtigkeit und seinem Stellenwert in der aktuellen medizinischen Therapie ab. Für eine generische Version kommen nur Arzneimittel in Frage, deren therapeutischer Nutzen klar nachgewiesen ist. Generika sind – entsprechend dem jeweiligen Stand der medizinischen Therapie – moderne, erprobte Arzneimitteln.

Neben Wirksamkeit und Qualität ist die Sicherheit das wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines Medikamentes. Wirkungen und mögliche Nebenwirkungen sind bei Generika aufgrund der langjährigen Erfahrung besonders genau und umfangreich dokumentiert.

Haben Generika die gleiche Wirkung wie Originalmedikamente?

Generika sind günstiger, aber deshalb nicht weniger wirksam oder weniger gut verträglich als das Original. Das österreichische Arzneimittelgesetz, eines der strengsten der Welt, garantiert dafür. Für Generika gelten dieselben strengen Zulassungsbestimmungen wie für gewohnte Präparate. Generika unterliegen auch denselben Richtlinien zur Überwachung der Arzneimittelsicherheit und der Qualitätskontrolle. Eine Ausnahme gibt es: da Generika nur bestens bekannte und dokumentierte Wirkstoffe enthalten, darf man bei der Zulassung auf bereits vorhandene medizinische Daten zurückgreifen. Die Austauschbarkeit zwischen gewohnten Präparat und Nachfolge-Arzneimittel wird dadurch garantiert.

Bei der Zulassung von Generika müssen neben pharmazeutisch-technischen Angaben auch die Resultate der sogenannten Bioäquivalenzprüfung vorgelegt werden. Diese Prüfung garantiert, dass die gewohnte Arznei und Generikum wirklich austauschbar sind. PatientInnen erhalten weiterhin den Wirkstoff, den Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet hat.

Wie werden Generika geprüft?

„Bioäquivalenz“, die Austauschbarkeit von Arzneimitteln, ist nur dann gegeben, wenn diese auch dieselbe „Bioverfügbarkeit“ besitzen. Die Bioverfügbarkeit gibt an, wie schnell und wie viel der menschliche Körper von einem medizinischen Wirkstoff aufnimmt. Um sicher zu gehen, dass Original und Generikum gleich gut wirken, wird genau untersucht, wie der Wirkstoff vom Körper aufgenommen und wieder ausgeschieden wird. Dadurch wird garantiert, dass Generika die gleiche Wirksamkeit und Unbedenklichkeit wie das Original aufweist. Bioäquivalenzstudien werden nach standardisierten internationalen Normen (siehe EMA) durchgeführt und sind weltweit anerkannt.

Wie sieht es mit der Umstellung auf Generika aus?

Das Risiko bei der Einnahme von Generika ist nicht höher, als bei der Einnahme von gewohnten Arzneien. Beide Medikamente enthalten die gleichen Wirkstoffe in der gleichen Qualität und Dosierung. Die Galenik (die Lehre von der Zubereitung der Arzneien) hingegen ist bei Generika oft optimiert. Dabei fließen die Fortschritte der pharmazeutischen Technologie ein: Besonderer Wert wird auf verträgliche Hilfsstoffe, zusätzliche Dosierungsstärken und patientenfreundliche Darreichungsformen gelegt. Selbstverständlich unterliegen auch neue Hilfsstoffe und eine weiterentwickelte Galenik der akribischen Beurteilung durch die österreichischen Zulassungsbehörden.

Sind Generika gleich gut verträglich?

Generika-Hersteller sind führend in der Galenik, der Lehre von der Zubereitung von Arzneimitteln. Originalrezepturen werden oft optimiert, um neue Darreichungsformen zu entwickeln: Sie lassen sich leichter teilen, sind kleiner und somit besser zu schlucken. Ein weiteres Plus sind die zusätzlichen Dosierungsstärken. Eine verbesserte Rezeptur erlaubt beispielsweise eine verzögerte Abgabe der Wirkstoffe über einen bestimmten Zeitraum verteilt: Die Medikamente müssen weniger oft eingenommen werden. Durch die häufig größere Stückzahl pro Packung sparen Sie bei der Rezeptgebühr.

Gibt es Generika für alle Therapiebereiche?

Generika gibt es gegen viele Krankheiten und werden in Österreich seit Jahren von den Ärzten in der Praxis erfolgreich verordnet. Den größten Nutzen bringen Generika, wenn sie für Standardtherapien, also zur Bekämpfung der sogenannten „Volkskrankheiten“ eingesetzt werden. Sie finden beispielsweise breite Anwendung bei zivilisationsbedingten Krankheiten im Herzkreislauf- oder Stoffwechselbereich. Im hohen Maß werden Generika auch bei Erkrankungen der Atemwege und des Verdauungstraktes eingesetzt. Aber auch bei speziellen Behandlungen in der Neurologie, Rheumatologie und Urologie werden Generika von Fachärzten erfolgreich und effizient angewandt. Durch die konsequente Verschreibung von Generika werden hier beträchtliche Gelder freigesetzt werden. Diese Mittel könnten PatientInnen den Zugang zu neuen innovativen Medikamenten und Behandlungsmethoden langfristig sichern.

Welche Vorteile bringt der Einsatz von Generika?

Der große Vorteil von Generika besteht darin, dass die Kosten für Standardbehandlungen massiv und dauerhaft gesenkt werden. Die Qualität der medizinischen Versorgung bleibt nachhaltig gesichert. Neben den Einsparungseffekten gibt es aber noch weitere Vorteile:

Generika enthalten nur bewährte Wirkstoffe. Die sind aufgrund langjähriger therapeutischer Erfahrung bestens bekannt und dokumentiert. Generika zählen somit zu den sichersten Arzneimitteln.

Generika werden oftmals unter verbesserten Produktionsbedingungen als die Originale hergestellt, weil die technische Entwicklung in den Jahren seit der Erstanmeldung große Fortschritte gemacht hat. Dadurch ist es möglich, PatientInnen bekannte Wirkstoffe in verbesserter Darreichungsform anzubieten.

Wo kann ich mich über Generika informieren?

Gerade bei einem so wichtigen Thema wie Arzneimittel sollten Sie nicht auf den Rat von Experten verzichten. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kennt Ihre individuelle Krankheitsgeschichte und entscheidet bei jeder Verschreibung, welches Medikament für die Behandlung am besten geeignet ist. Vielleicht werden Sie dabei nicht jedes Mal auf die Möglichkeit einer kostengünstigen Behandlung mit Generika aufmerksam gemacht. Sie können aber auch den ersten Schritt machen und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin nach Generika fragen.